Herr Kämper empfiehlt

 

Ein Buch, das aus Sackgassen herausführt

und für Gesprächsstoff sorgen wird.

 

Im November jährt sich der Mauerfall zum 35. Mal. Bereits zuvor könnte die AfD aus drei Landtagswahlen als stärkste Partei hervorgehen.

 

In dieser Lage meldet sich der »gefragteste Gesellschaftsdeuter im Land« (FAS) mit einer differenzierten Intervention zu Wort.

Steffen Mau setzt sich mit prominenten Beiträgen auseinander und widerspricht der Angleichungsthese, laut der Ostdeutschland

im Lauf der Zeit so sein werde wie der Westen.

 

Aufgrund der Erfahrungen in der DDR und in den Wendejahren wird der Osten anders bleiben – ökonomisch, politisch, aber auch,

was Mentalität und Identität betrifft.

 

Angesichts der schwachen Verwurzelung der Parteien plädiert Steffen Mau dafür,

alternative Formen der Demokratie zu erproben und die Menschen stärker zu beteiligen.

 

Steffen Mau

Ungleich vereint

- Warum der Osten anders bleibt -

Edition Suhrkamp

Kartoniert, 168 Seiten

18€


Herr Kämper empfiehlt

 

Wird der Verfassungsschutz zu einer Gefahr für die freiheitlich-demokratische Grundordnung?

 

Trotz aller Skandale, in die das Bundesamt für Verfassungsschutz im Laufe seiner Geschichte verwickelt war, genießt es in der deutschen Medienöffentlichkeit großes Vertrauen.

Wer als »Beobachtungsfall« oder gar als »gesichert rechts- oder linksextrem« eingestuft und damit an den Pranger gestellt wird,

ist öffentlich stigmatisiert und wird tendenziell vom demokratischen Diskurs ausgeschlossen.

Da der deutsche Inlandsgeheimdienst

keine exekutiven Befugnisse hat,

ist er für die Gesinnungsprüfung der von ihm Beobachteten zuständig.

 

Mathias Brodkorb analysiert in seinem neuen Buch die rechtlichen Grundlagen, Struktur und Aufgaben des deutschen Inlandsgeheimdienstes und zeigt in sechs Fallstudien,

wie der Verfassungsschutz nicht nur oftmals

von seiner Aufgabe hermeneutisch überfordert ist, sondern sich zunehmend politisch instrumentalisieren lässt.

Mitunter agiert er dabei selbst verfassungswidrig.

Demokratische Willensbildung beruht auf freiem Diskurs, der von keiner staatlichen Instanz politisch gelenkt wird. Der Verfassungsschutz aber deutet legitime Grundrechtsausübung häufig

als gefährlichen politischen Extremismus. Seit der Corona-Pandemie gilt selbst robust vorgetragene Kritik an der Regierung als Fall für den Inlandsgeheimdienst.

Damit wird er zur Gefahr für eine freiheitlich-demokratische Gesellschaft.

Eine grundlegende Reform oder gar Auflösung der skandalträchtigen Behörde scheint dringend geboten.

 

Mathias Brodkorb

Gesinnungspolizei im Rechtsstaat?

- Der Verfassungsschutz als Erfüllungsgehilfe der Politik. Sechs Fallstudien -

zu Klampen Verlag

Gebunden, 250 Seiten

25€


Herr Kämper empfiehlt

 

Die erste weibliche Stimme,

die aus dem Inneren eines der größten arabischen Clans in Deutschland berichtet.

 

Sie stehen für Raub, Schutzgelderpressung, Drogengeschäfte und Menschenhandel, betrachten den deutschen Staat

als Selbstbedienungsladen,

vor Polizei und Justiz haben sie keinen Respekt. Vor Frauen erst recht nicht.

 

Latife Arab wurde in einen der größten Clans Deutschlands hineingeboren. Bereits als Kind war sie in die kriminellen Machenschaften involviert, musste als Kurierin herhalten

oder Falschaussagen machen.

Es folgten knapp dreißig Jahre, in denen sie ihrer Familie und ihrem Mann wie eine Sklavin

zu dienen hatte, missbraucht und gedemütigt wurde. Nach sechs gescheiterten Versuchen schaffte sie es, sich und ihre Kinder zu retten.

 

Latife Arab ist die erste weibliche Stimme, die aus dem inneren Kreis eines Clans berichtet und Einblicke in ein skrupelloses

Familien- und Wertesystem gewährt.

 

Es ist die Geschichte eines steinigen Neuanfangs und die einer Emanzipation,

die noch immer andauert – denn die Großfamilie lauert überall.

 

Latife Arab

Ein Leben zählt nichts – als Frau im arabischen Clan
 - Eine Insiderin erzählt -

Heyne Verlag

Gebunden, 256 Seiten

22€

 


Herr Kämper empfiehlt

 

Wie lässt sich Antisemitismus bekämpfen?

 

Im Herbst 1962 nahm Theodor W. Adorno an einer Tagung des Deutschen Koordinierungsrats der Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit teil, auf der er über die Bekämpfung des Antisemitismus sprach.

Vor dem Hintergrund der Schuldabwehr und des »sekundären Antisemitismus« der deutschen Nachkriegsgesellschaft begreift Adorno den Antisemitismus als zentrales Bindemittel rechtsradikaler Bewegungen, das die diversen Strömungen eines militanten und exzessiven Nationalismus vereint.

 

Er ist das »Gerücht über die Juden«, das halböffentliche Getuschel, mit dem sich die autoritäre Persönlichkeit zum Opfer stilisiert. Antiintellektualismus und Konformismus sind seine Triebfedern, und mit dem Rassismus teilt er eine identische Struktur. Zugleich warnt Adorno vor einer Idealisierung und Verkitschung der Juden und des Judentums im Kampf gegen den Antisemitismus und plädiert für unverbrüchliche Treue zur Wahrheit im Umgang mit den historischen sowie politischen Realitäten.

Ein antiautoritäres Erziehungsprogramm zur Prävention antisemitischer Charakterbildung und hartes Durchgreifen bei antisemitischen Ausbrüchen sind die einander ergänzenden Elemente der Bekämpfung des Antisemitismus damals wie heute. Ein Nachwort von Jan Philipp Reemtsma zeigt die Bedeutung dieser brillanten Analyse für unsere Gegenwart.

 

Theodor W. Adorno

Zur Bekämpfung des Antisemitismus heute

- Ein Vortrag -

Suhrkamp Wissenschaft

Klappenbroschur, 86 Seiten

10€